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Die Obermühle Boswil verfügt über ein Getreidecenter mit einer Siloanlage, welche 45 Getreidezellen unterschiedlicher Grössen umfasst. Das Getreidecenter übernimmt folgende Getreidearten:
Brotgetreide (Konventionell, IP, Bio):
- Weizen
- Dinkel (UR-Dinkel)
- Roggen
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Futtergetreide (Konventionell, Bio):
- Gerste
- Hafer
- Triticale
- Futterweizen
- Mais
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Ökologie / nachhaltige Getreideproduktion
Die Obermühle Boswil setzt für die Produktion von Backmehlen ausschliesslich Getreide ein, welches nach den Richtlinien des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) produziert wurde. Mit der Nahrungsmittelproduktion befriedigt die Landwirtschaft ein Grundbedürfnis des Menschen. Damit verbunden sind Eingriffe in die Natur. Positiv wahrgenommen wird der Beitrag der Landwirtschaft zur Gestaltung der Landschaft, zur Erhaltung und Bereicherung von Lebensräumen sowie zur Pflege der Kulturlandschaft. Negativ eingeschätzt werden Auswirkungen wie die Umweltbelastung durch schädliche Emissionen, der Rückgang der Artenvielfalt oder die Verarmung von Lebensräumen. Durch den Einsatz von Getreide, welches auf Landwirtschaftsbetrieben nach ÖLN-Richtlinien produziert wurde, können unsere Getreidelieferanten den ökologischen Anforderungen nach einer nachhaltigen Produktion und den qualitativen Anforderungen nach gesunden und qualitativ (backtechnisch) hochwertigen Produkten gerecht werden.
Die Gesamtkapazität der Siloanlage beträgt ca. 4'400 to. In den Getreidezellen befindet sich Brotgetreide für die Vermahlung in der eigenen Mehlmühle und eine grössere Reserve an Bundeslager für Krisenzeiten, wie schlechte Getreideernten, atomare Verseuchung durch Atomkraftwerke oder Versorgungsengpässe ausgelöst durch kriegerische Ereignisse.
Das Getreide wird während des ganzen Jahres kontinuierlich überwacht, damit die Qualität erhalten bleibt. Trockenes Getreide (14% Feuchtigkeit) ist über mehrere Jahre ohne Qualitätseinbussen lagerfähig.
Bild links: Siloanlagen
Zusätzlich zum Brotgetreide wird auch Futtergetreide eingelagert. Sowohl das Brotgetreide als auch das Futtergetreide stammen zum grössten Teil aus der Region. Sämtliches eingeliefertes Getreide wird in der Futter- und Mehlmühle in Boswil, sowie in der Walzmühle Wolhusen verarbeitet.
Wenn das Getreide anfangs Juli in das Getredecenter durch die Landwirte eingeliefert wird, überprüft dies ein Fachmann zuerst nach verschiedenen Kriterien auf seinen Gehalt. Hierbei sind folgende Faktoren von Bedeutung:
Feuchtigkeit, Besatz, Hektolitergewicht, Fallzahl, Protein, Sorten.
Diese qualitative Beurteilung ermöglicht die richtige Platzierung und Bezahlung des Getreides.
Getreide ist lagerstabil bei ca. 14 - 15% Feuchtigkeit. Wird das Getreide mit höherer Feuchtigkeit eingeliefert, muss es durch einen Warmlufttrockner getrocknet werden.
Bild: Maisfeld in der Region Aargau Das Getreide wird im Sommer und Herbst in unsere Sammelstelle in Boswil eingeliefert und dort gereinigt, getrocknet, gekühlt und damit lagerfähig gemacht. Bild: Getreideabholung ab Feld 
Der Landwirt erhält direkt nach der Verwiegung und Qualitäts-bestimmung den Eingangsschein für das gelieferte Getreide. Die Verwiegung erfolgt auf einer geeichten elektronischen Eingangs-waage. Die Feuchtigkeits- und Hektolitergewichtsbestimmung wird in einem Arbeitsgang durch ein modernes, geeichtes Gerät bestimmt. Das für die Qualitätsbestimmung kontinuierliche entnommene Durchschnittsmuster wird nach dem Eingang zur Gewährleistung der lückenlosen Rückverfolgbarkeit aufbewahrt.
Die Beschickung der Silozellen mit Getreide erfolgt aus einem zentralen Kommandoraum. Die genaue Verwiegung mit eichamtlicher elektro-nischer Waage erfolgt nach dem Reinigungsprozess. Ist das Getreide noch feucht, wird es auf den Warmlufttrockner geführt oder durch Kühlluft stabilisiert. Der hohe Automatisationsgrad ermöglicht die Bedienung der Anlage durch eine bis zwei Personen je nach Wetterlage während der Erntezeit.
Kommandoraum Getreidecenter
Das Getreide wird durch die Temparaturmessanlage in den Silozellen ständig kontrolliert. Wenn eine Erwärmung festgestellt wird, erfolgt eine Abkühlung und Stabilisation durch ein Kühlluftgerät.

Die Bezahlung des Getreides erfolgt direkt durch die Obermühle Boswil. Bedingt durch den Eigenverbrauch des Getreides ist die Obermühle stets in der Lage, äusserst konkurrenzfähige Preise zu bezahlen.
Da die Qualität für die Mehl- und Futterproduktion von grosser Bedeutung ist, wird das Getreide bereits beim Wareneingang im Getreidecenter mit Laborschnellmethoden klassiert und eingeteilt. Die Fallzahlbestimmung sowie die Feuchtigkeits- und Hektolitergewichts-bestimmung können innerhalb von fünf Minuten vorgenommen werden.
Automatisches Feuchtigkeits- und Hektolitermessgerät
Das schweizer Getreide ist bei guten Witterungsbedingungen und bei fachmännischer Behandlung absolut den internationalen Qualitätsstandards entsprechend. Die extensiven Anbaumethoden und der Bio-Anbau müssen jedoch bei mässigen Witterungsbedingungen grössere Einbussen bei Qualität und Ertrag in Kauf nehmen.
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